Wegfall der räumlichen Beschränkung bei Asylbewerber und Geduldeten

Vor dem 01.01.2015 war es strafbar, wenn ein Asylbewerber oder Geduldete gegen die sogenannte Residenzpflicht verstieß.
Residenzpflicht ist die Pflicht, sich in einem von der Ausländerbehörde vorgegebenen Ort aufzuhalten. Diese ist in der Regel als Nebenbestimmung auf den Ausweisdokumenten schriftlich festgehalten.
Seit dem 01.01.2015 kann sich ein Asylbewerber oder ein Geduldeter nach 3-monatigem Aufenthalt in ganz Deutschland frei bewegen und aufhalten. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es dem Ausländer in den ersten drei Monaten verboten ist, in Deutschland herumzureisen, da er sich ansonsten strafbar macht.
Verwechseln darf man die Residenzpflicht allerdings nicht mit der Tatsache, dass der Asylbewerber oder Geduldete weiterhin die Pflicht hat, seinen Wohnsitz an einem bestimmten Ort zu statuieren. Nur an dem festgelegten Wohnsitz darf man eine Wohnung haben und sich behördlich melden.
Ein Umzug in ein anderes Bundesland ist aber möglich, wenn man beispielsweise in einer anderen Stadt ein Arbeitsverhältnis eingehen kann, womit der Lebensunterhalt gesichert ist. Das heißt also, dass man einen Antrag stellen kann, um einen neuen Wohnsitz festzulegen, wenn man beweisen kann, dass man in der neuen Stadt arbeiten kann und so viel verdient, dass man keine Sozialhilfe mehr in Anspruch nehmen muss.